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Heimatmuseum
Öffnungszeiten: Dienstag/Freitag 16.00h-18.00h
Gruppen und Vereine auf Anfrage beim Tourismusbüro St. Niklaus
Das Heimatmuseum in St.Niklaus ist dem Meierturm angegliedert. Es entstand
unter der Regie der Stiftung Pro Nikolai und beherbergt alte Gegenstände
aus Handwerk, Landwirtschaft und Haushalt der Zaniglaser Vorfahren.
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Bergführermuseum
Öffnungszeiten: Dienstag/Freitag 16.00h-18.00h
Gruppen und Vereine auf Anfrage beim Tourismusbüro St. Niklaus
150 Jahre Bergführer-Tradition schlummern unter den Dächern von St.Niklaus.
Zaniglaser Bergpioniere sorgten weltweit mit Erstbesteigungen für Aufsehen.
Das weltweit einzigartige Bergführermuseum im Meierturm, mitten in St.Niklaus,
entführt Sie in die Zeit dieser Alpenpioniere. Sie erleben hautnah Leben
und Arbeit der Bergführer einst und heute.
www.bergfuehrer.org
Mineralienausstellung
Öffnungszeiten: Dienstag/Freitag 16.00h-18.00h
Gruppen und Vereine auf Anfrage beim Tourismusbüro St. Niklaus
In modernen Ganzglasvitrinen kann der Besucher eine Auswahl der schönsten
Mineralienfunde des Nikolaitales bewundern. Die Mineralien umfassen hauptsächlich
Granat, Vesuvian, Diopsid, Epidot und Quarz, daneben ungewohntere Arten
wie Perowskit, Natrolith, Edelserpentin, Klinochlor. Die weitere Umgebung
von Zermatt ist ein international bekanntes Mineralienfundgebiet und das neue
Mineralienmuseum St.Niklaus bietet die einmalige Gelegenheit, sich mit den
Früchten einer intensiven und langen Sammeltätigkeit vertraut zu machen.
Das Meiertum in St. Niklaus bis 1375
700 nach Christi Geburt entstand der Grossgrundbesitz mit genau
festgelegten Rechten und Pflichten. Dafür wurde der Meier vom Bischof
von Sitten als Verwalter eingesetzt.
Schriften aus dem 13. Jahrhundert zeigen, dass sich verschiedene
ortsfremde Adelsgeschlechter den Grundbesitz von St. Niklaus teilten.
So etwa die Elden von Visp, die von Raron , die von Turn, die de
Platea, die von Aosta, die von Ollon und andere. Daneben besassen auch
der Bischof von Sitten und sein Domkapitel erhebliche Einkünfte aus
Grundbesitzen. Die Grundbesitzer hatten ortsansässige, einheimische
Verwalter, sogenannte Meier. Seine Befugnisse und Aufgaben
beschränkten sich vor allem auf Wirtschaftliches. Er war für die
Bewirtschaftung des Bezirkes seiner Herren verantwortlich und sorgte
für die Eintreibung der jährlichen Abgaben. Dieses Amt wurde, wie zu
dieser Zeit üblich, vom Vater auf den Sohn übertragen. Der erste
bekannte Meier von St. Niklaus ist Anselm von Chouson; er wird in den
Schriften zwischen 1218 und 1257 mehrmals erwähnt; auch das Meiertum
St. Niklaus wird zu dieser Zeit unter dem Namen Chouson erwähnt.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde dieser Name allmählich durch den Namen
St. Niklaus abgelöst, der ursprünglich nur für die
Kirche verwendet wurde.
Möglicherweise lag dieses erbliche Lehen zeitweilig in den Händen der
Freiherren von Turn. Diese und die Verschmelzung ihres Besitzes in
St. Niklaus mit den Gütern der Edlen von Raron würde es erklären,
warum Peter von Turn in St. Niklaus so mächtig war, dass er daran
denken konnte, dort eine vom Bischof unabhängige Herrschaft
einzurichten. Die Gerichtsbarkeit wurde zu der Zeit vom Viztum
ausgeübt. 1368 wurde dieser Plan durch ein savoyisches Schiedsgericht
vereitelt. Die Edlen von Turn mussten den Bischof von Sitten für
St. Niklaus als ihren Lehenherrn anerkennen.
Als 1375 die Freiherren von Turn aus dem Lande vertrieben wurden,
fiel ihr Lehen in St. Niklaus an den Bischof zurück. Das Meiertum
wurde vielleicht schon im Anschluss daran einem Vertreter der Familie
Venetz als erbliches Lehen übertragen. So findet man 1394 Niklaus
Anton Venetz als Meier von St. Niklaus. Das Amt sollte nun mehr als
ein Jahrhundert in dieser Familie bleiben, die sich bald ihres Amtes
wegen Majoris nannte. Der wohl bekannteste Majoris war Georg, der
1485 mit seinen Verwandten dem Bischof für das Meiertum von
St. Niklaus den Lehenseid leistete und später zweimal als Landeshauptmann
die Geschicke des Wallis leitete.
Der Meier als Oberhaupt der Dorfschaft
Das Amt des Meiers erfuhr nach 1375 einen Wandel. Mit dem
Verschwinden der Freiherren von Turn war auch das Amt des Viztums
verschwunden. Dessen Befugnisse gingen teilweise auf den Meier über,
so wurde er insbesondere auch mit der Ausübung der niedereren
Gerichtsbarkeit betraut.
Die kommunalen Unabhängigkeitsbewegungen brachten für St. Niklaus und
das Nikolaital im Jahre 1618 die Selbständigkeit. Zu Beginn des 16.
Jahrhunderts mag St. Niklaus die letzten Reste der Feudalherrschaft
abgestreift haben. Der Meier, der sein Amt als erbliches Lehen
besass, wurde durch ein von der Dorfschaft auf befristete Zeit
gewähltes Oberhaupt ersetzt, doch der Name Meier blieb erhalten.
Neben richterlichen Aufgaben verfügte der neue Meier nun etwa über
die Befugnisse eines heutigen Gemeindepräsidenten; er vertrat
St. Niklaus im Zendenrat und oft auch im Landrat.
Das Meiertum St. Niklaus umfasste das Gebiet der heutigen Gemeinde
St. Niklaus. Nach 1552 scheint sich die Kastlanei Täsch-Randa, die
früher zum Meiertum Naters gehörte, immer näher an das Meiertum
St. Niklaus angeschlossen zu haben. Die Juristiktion von St. Niklaus
weitet sich nun taleinwärts bis an die Grenzen von Zermatt und
abwechslungsweise wurden auch Randäjer und Täscher Meier von
St. Niklaus, bis 1798 die alte Walliser Zehndendemokratie unterging.
Grosse Meier von St. Niklaus waren Georg Majoris und Thomas von
Schallen. Georg war in den Jahren 1494 bis 1495 und 1499 bis
1501 zweimal Walliser Landeshauptmann. Er war seinerzeit
einer der mächtigsten Männer des Oberwallis. Mehrfach war Thomas von
Schallen Landratsabgeordneter des Zenden Visp in Sitten. Am 21. März
1524 nahm er als Vertreter für das Wallis an der eidgenössischen
Tagsatzung in Luzern teil.
Ende des 18. Jahrhunderts ging die alte Walliser Zendendemokratie
unter und mit ihr verschwand auch der Ausdruck Meier. Der letzte
Meier von St. Niklaus, Peter Josef Imboden, starb 1858.
Die Geschichte des Meierturms
Der Meierturm war Amts- und Wohnsitz des Meiers. Ende des 13.
Jahrhunderts wurde der Meierturm errichtet, der damals noch drei
Stockwerke und ein Pyramidendach hatte. Die dendrochronologische
Untersuchung am Mittelträger der Kellerdecke ergab die Jahreszahl
1273. Der alte Steinturm ist zweifellos das älteste noch erhaltene
Gebäude im Nikolaital, vermutlich der ganzen Region.
Der Meierturm war Amts- und Wohnsitz des Meiers. Ende des 13.
Jahrhunderts wurde der Meierturm errichtet, der damals noch drei
Stockwerke und ein Pyramidendach hatte. Die dendrochronologische
Untersuchung am Mittelträger der Kellerdecke ergab die Jahreszahl
1273. Der alte Steinturm ist zweifellos das älteste noch erhaltene
Gebäude im Nikolaital, vermutlich der ganzen Region.
Der typische Wehrturm wurde 1690 mit fünf Geschossen und mit einer
neuen Treppe versehen, wobei das Pyramidendach in ein Satteldach
umgebaut wurde.
Nach dem Untergang der Walliser Zendendemokratie ging der Turm in
Privatbesitz über und diente ausschliesslich zu Wohnzwecken. Die
Gemeinde St. Niklaus erwarb 1971 den Turm. 1974 wurde der Meierturm
unter Denkmalschutz gestellt.
In den Jahren 1986 bis 1996 konnte der Meierturm mit der
Unterstützung des Staates, der Gemeinde, der Stiftung Pro Nikolai und
der Firma Scintilla AG vollständig renoviert werden. Im November 1996
wurden die Räumlichkeiten wieder der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht.
Zur Heimattagung am 10. Juni 2000 wurde der Turm schliesslich mit der
Einweihung des ersten Bergführermuseums vollendet.
- Quellen:
- Meierturm St. Niklaus, Informationstafeln im Burgerkeller
- Heimatbuch St. Niklaus
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